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Hallo,
in Anlehnung an kobeyard's gedanken aus seinem letzten downswing möchte ich auch mal meine Gefühlslage nach einem misslungenen shot gegen david benyamine runterschreiben. Ich habe da sehr viel von meiner BR reingesteckt weil meine wohl einzige pokerschwäche zugeschlagen hat, nicht aufhören zu können. Ich bereue nicht ihn gespielt zu haben, ich halte ihn für recht schwach. Aber ich habe dennoch sehr viel geld verloren und will jetzt den stellenwert des geldes neu definieren denn ich finde er spielt irgendwie eine falsche rolle in meinem leben.
Vor dem shot war mein motto so, ich hab zwar eine schöne 6stellige br, aber was kann ich damit anfangen, mein studentenleben mit den paar bonis mit spritfressendem auto und sonst schau ich auch wenig aufs geld kostet mich vielleicht 12000€ im jahr. Dafür brauch ich nicht die nosebleeds spielen. Ich spielte sie wegen meinem ego, ich wollte die besten der welt schlagen, wenn ich der meinung war in der lage dazu zu sein. Deshalb habe ich das BRM ignoriert und es versucht, meiner meinung kein großer fehler dran. Jetzt gings schief und der traum vom millionär werden mit poker ist ausgeträumt denke ich mal (das war so in etwa mein nebengedanke bei der shotterei).
Aber will ich das überhaupt? Es gibt im Prinzip zwei extreme die ich leben könnte: Pokerpro mit jetsetterei und mass gaming oder student mit diplom und anschließendem normalen Beruf. Gibts dazwischen was? Ich denke nicht, denn sobald man im Berufsleben steckt wirds einen so sehr schlauchen, dass ich keinen nerv mehr habe noch highstakes poker zu spielen, das leben muss dann auf der schiene laufen. Jetzt kommen aber die für mich entscheindenden faktoren bei diesen 2 karrieren: Freunde, Verein, Partnerschaft und Stand in der gesellschaft. Gehe ich danach ist die Wahl klar, ich muss mein Studium durchziehen und das Leben so leben, wie ich es ohne Poker gemacht hätte. Hier habe ich meine Beziehung, hier habe ich meine Freunde auf die verlass ist und hier schaut mich keiner dumm an weil ich nix anderes mache, als den ganzen tag zu pokern.
Was bringt mir dann aber das Pokergeld, denn wenn ich arbeite verdiene ich automatisch geld und ich kann nicht weniger arbeiten als andere nur weil ich was auf der kante habe. Ich schaue mir das leben eines 33jährigen kollegen an. Er hat ne nette freundin, ist mit ihr vor 5 jahren zusammen in eine wohnung gezogen, hat einen schönen ingenieursjob, fährt ein anständiges auto, hat nette sportliche hobby's, hat schöne urlaube gemacht und baut jetzt gerade ein nettes häuschen mit zwei zimmern zu viel. Was dann kommt ist klar und wenn ich mir jetzt aussuchen könnte wie mein leben weiterverlaufen soll, das würde ich sofort buchen. Das Geld was er dazu braucht hat er im prinzip schon fast verdient, und zwar ohne poker. Welche Vorteile hab ich also durch poker, was würden mir 100k, 200k oder 500k bringen. Wie schon oben erwähnt, ich komme trotz dieser imensen kohle mit wie ich finde sehr wenig durchs jahr und bin super happy damit. Ich könnte sogar noch weniger ausgeben denke ich. Wichtig sind doch einfach die anderen faktoren, eine freundin gibt mir 10mal mehr als ein +10k tag, ein schöner abend mit kumpels auch, ein erfolg im tischtennis find ich schöner als ein headsup erfolg, eine gute note im studium ist schöner als ein 50k monat. Dazu kommen noch frustierende downs, so wie der gerade, die krönung aller meiner downs, der mich gerade echt runterzieht. Ist meine lebensqualität also gestiegen durch poker? Klar ist es schön nicht mehr arbeiten zu müssen, aber selbst das wär sicher nicht verkehrt gewesen, ich denke der mensch braucht arbeit.
Ist das geld jetzt aber völlig sinnlos? Ich denke leider nein, und das ist gerade wieso ich mich über das vershottete geld doch ärgere. Hat man 100k-200k auf der seite, kann man jeden schritt im leben ohne groß aufs geld zu schauen müssen planen. Man muss bei der ersten wohnung nicht jeden qm sparen, man muss beim hausbau nicht auf ein zimmer verzichten, man muss bei der küche nicht auf einen tollen herd verzichten, man muss die weltreise nicht um eine woche kürzen, man hat doch mehr freiheiten. Man braucht glaub ich nicht wirklich mehr, irgendwo ists halt dann doch zu viel. Der job bleibt, der urlaub wird auch nicht mehr, das ist mir klar, aber ich denke wenn ich mit 25-26 anfange zu arbeiten dann wirds nicht einfach ohne startkapital ein leben zu starten. Ich denke das kriege ich noch zusammen, theoretisch könnte ich meine gebliebene br auscashen und das problem wär gelöst. Aber mein ziel ist jetzt alles wieder zu reduzieren und monatlich ein kleines sümmchen auscashen, so dass ich dann am anfang des berufsleben so gut wie möglich da stehe. Ich hoffe sehr das gelingt mir noch bevor der pokerboom aufhört damit dann ich dann auch ruhigem gewissens die pokerei weniger lassen werden kann und die anderen dinge des lebens geniessen kann die viiiel wichtiger sind und halt nicht mit geld zu kaufen sind. Das beruhigt, denn so tut das verlorene geld nicht so weh und ich versuche mich sogar noch mehr auf diese dinge im leben zu konzentrieren. Und wenn ich es hinbekomme noch die 100k aus dem system zu ziehen, und ich vertraue hier voll auf meine fähigkeiten und brauche jetzt noch viel geduld, dann werde ich diese shots auch gar nicht mehr bereuen.
Und so will ich doch jetzt auch nur sagen und hoffe etwas auf eure zustimmung und unterstützung:
Mir geht es sehr gut, ich habe viel mehr Geld als ich hätte haben können ohne poker und ich habe immernoch die chance das beste daraus zu machen. Ansonsten besteht das leben aus viel wichtigeren dingen und diese sind gerade so schön wie noch nie und ich muss meine energie da reinstecken und poker einen immer kleineren teil werden lassen. Ja dann gehts mir traumhaft!
Grüße, XeroX




